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Wunderschönes Java -

Autor: Anja | Datum: 09 Juli 2015, 12:59 | 1 Kommentare

- oder Tatort, Reiten, Schlafentzug

Ferien!

Nach drei Flügen innerhalb von neun Stunden (und einen habe ich auch noch verpasst), lande ich in Semarang. Das Gruseligste liegt aber noch vor mir. Einen Taxifahrer anheuern, der mich zu einem unaussprechlichen Busbahnhof bringt und dann in ein Gefährt steigen, das Lena als "großer grüner Bus, den kriegst du schon noch" beschrieben hat. Der mürrische Taxifahrer bringt mich dann tatsächlich zum Bahnhof, dort werde ich wohlbehalten von netten Menschen in den letzten Bus verfrachtet, der noch abends nach Salatiga schunkelt.

Es sind Schulferien und ich nutze meine letzten Urlaubstage dazu, nach Java zu reisen. Zuerst besuchen Wiebke und ich Lena in Salatiga, dann besuchen Lena und ich Wiebke in Malang. Es ist der 22. Juni, genau zwei Monate, bevor ich wieder deutschen Boden betrete.

In Salatiga wohnen Wiebke und ich in dem kleinen, grünen Gästehaus, verbringen die Zeit damit, Unmengen an Toastbrot zu verschlingen, Tatort zu gucken, typisch mädchenhaft über unser Gewicht zu jammern ("nein, ICH bin viel dicker!") und wenn Lena arbeiten muss, den Pool des Hotels "Kayu Arums" in der Nähe für Aquafitübungen zu beschlagnahmen.
Das besondere Highlight ist unser Ausflug mit Ibu Paini, der Generalsekretärin der GKJTU in Salatiga. Es geht nach Gedong Songo, einer Berglandschaft mit verschiedenen Tempelruinen. Schon die Aussicht alleine ist traumhaft, aber wir machen es uns noch schöner: Wir besichtigen die Tempel nämlich zu Pferd.
Nach diesem Erlebnis geht es weiter in ein Seerestaurant, mit anschließender Bootstour.
Wunderschön und nur zu empfehlen!

Desweiteren ist Salatiga ein Ort, an dem wir einkaufen gehen und um den Alun-Alun schlendern. Der Alun-Alun ist der Stadtkern, an dem die größte Moschee der Stadt steht. (In Gunungsitoli gibt es übrigens keinen Alun-Alun.)
Abends ist am Alun-Alun viel los, wir können essen, trinken, bunte, leuchtende Tretautos fahren, die fröhlich vor sich hin musizieren, oder ein Kart-ähnliches- Gefährt besteigen. Machen wir natürlich. Alles.
Als wir vier aber gerade laut "Sakitnya tuh disini" trällernd mit unserem knallbunten Tretauto um die Kurve kurbelten, verursachten wir einen Zusammenstoß mit einem Motorrad. Keine Sorge, Mensch und Blech geht es gut, die Stoßstange vom Auto wurde vom Aufseher des Alun-Aluns kurzerhand einfach wieder gerade getreten.
("Sakitnya tuh disini" ist übrigens das "Atemlos durch die Nacht" Indonesiens. Alle lästern darüber, aber alle grölen es sofort begeistert mit.)

Am 29. Juni abends kommt unser Travel und holt uns ab, damit wir den zweiten Teil unserer Reise beginnen können. Der Travel ist erstaunlich komfortabel, schlafen können wir aber trotzdem nicht wirklich. Dementsprechend gerädert kommen wir um fünf Uhr morgens in Malang an und fallen für ein paar Stunden ins Bett, doch Lena und mir steht noch etwas Großes bevor: Unser Trip auf den Vulkan Bromo, der in jedem Reiseführer steht. Den wir schlauerweise auf diesen Abend gelegt haben.

Um elf Uhr abends werden wir auch schon abgeholt und es geht zwei Stunden lang in die Berge, wo wir eine halbe Stunde einfach nur im Auto sitzend warten (Indonesien...) und dann weiterfahren. Im letzten Dorf vor dem Bromo machen wir Halt und etwa eine Stunde Rast in einem Haus. Es ist halb eins, es ist schweinekalt. Zum ersten Mal seit fast neun Monaten friere ich. Um halb zwei geht es weiter zum Aussichtspunkt, an dem wir um drei Uhr die Ersten sind, die den Horizont anstarren. Doch rasch füllt sich die Plattform und gleichermaßen Europäer und Asiaten bewundern den Sonnenaufgang. Danach geht es weiter zum eigentlichen Bromo, der uns rauchend und mit einer beeindruckenden Kulisse aus grauer Lavawüste und Pferden begrüßt. Wir erklimmen ihn jedoch zu Fuß, wobei ich wieder bemerken darf, dass mein Asthma wohl doch nicht ausgeheilt ist. Nach einer Verschnaufpause am Krater nehmen wir dann doch das Pferd zurück und durch die Bromowüste geht es dann auf dem Dach des Jeeps weiter (gibt ja Schlimmeres).
Alles in allem: Ein toller Ausflug!!

Am 3. Juli steht ein Bibelcamp der Jugend auf dem Programmpunkt. Auch dieses Camp ist auf einem Berg, also dementsprechend kalt und mein Ausflug auf den Bromo hat mir eine fette Erkältung beschert. Zudem halten die Indonesier irgendwie nichts von Isomatten. Wieder eine schlaflose Nacht für uns drei, die mich mit Grauen an den nächsten deutschen Winter denken lässt.
Aber der nahegelegene Wasserfall ist schön. Wirklich hübsch.

Am 4. Juli ist die Abschiedsfeier der Börners, der Missionarsfamilie in Malang, die zurück nach Deutschland geht. Eine internationale, bunt gemischte lustige Truppe und obwohl wir Mädels nach fast einer Woche ohne nennenswerten Schlaf schon fast auf dem Zahnfleisch kriechen, wollen wir keine Sekunde von dem Beisammensein, dem Gelächter und dem guten Essen missen.
Besonders lustig ist das Gespräch mit Julia, einer Missionarstochter, die die ersten 20 Jahre ihres Lebens auf Papua verbracht hat und nun in Deutschland studiert. Wir erzählen davon, dass wir mindestens dreimal täglich ein großes "HÄ?" denken, weil uns das indonesische Verhalten nun ja... seltsam erscheint und sie erzählt uns wiederum, dass sie ebenfalls in Deutschland täglich den Kopf schüttelt.
Jaja, andere Länder...

Die Top-Hä?! Fragen unseres Urlaubs halten wir sogar manchmal fest und ich möchte sie natürlich auch nicht vorenthalten:

- "Macht ihr dann bitte heute an der Straßenecke die Straßenlampe an?"
- Warum stehen Indonesier so gerne nichtssagend einfach im Türrahmen und gucken einen an?
- Warum hat die Wasserkelle unten manchmal eingestanzte Löcher, sodass das ganze Wasser abfließt?
- Warum geht nichts ohne Mikro?
- Warum ist die Hautfarbe anderer so wichtig?
- Warum schlafen Indonesier so selten...?

Natürlich ist dies mit einem Augenzwinkern zu lesen und natürlich sind auch nicht ALLE Indonesier so, ist doch klar ;)

Viel zu schnell ist die Zeit vorbei und ich verlasse am 9. Juli das wunderschöne Java, das mir mit seinen Menschen und seiner Natur und Kultur sehr ans Herz gewachsen ist. Ich könnte noch viel erzählen, aber von Tatortabenden, Fischrestauranten und etc hört ihr dann einfach von mir persönlich.

Es grüßt,
Anja!

 

 

 

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Kommentare

  1. 1. Jakob  |  21 Juli 2015, 16:39

    Mir gefällt deine passende Beschreibung von "Sakitnya tu sini" und deine Hä-Fragen!!

 

 

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