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Takut heißt Angst

Autor: Anja | Datum: 17 Juni 2015, 17:18 | 0 Kommentare

In diesem Blogeintrag geht es um ein zentrales Thema, das mir vor meiner Ausreise begegnet ist und mir auch während des Jahres immer wieder über den Weg läuft: Angst

Es gibt natürlich viele Dinge, über die man sich vor der Ausreise Gedanken macht. Krankheiten, Sicherheit, Gesundheitsversorgung, die Sorge um die Angehörigen zu Hause... Zum Glück ist das Meiste davon echt unbegründet.

Trotzdem fällt mir in der Zeit hier auf Nias auf, wie präsent Angst ist.
Die Niasser schlafen bei Licht, gehen nie einen anderen Weg als den, den sie schon ihr Leben lang gehen. Auch, wenn die Parallelstraße genauso offen und hell ist. Die Antwort auf mein "Warum?" ist dann immer: Takut! (Angst!)
Kinder werden erzogen, in dem sie Angst bekommen. Ein typisches Beispiel: "Nein, bleib hier! Da drüben ist ein böser Geist, der dich auffrisst!"

Aber auch ich habe mich im Bezug auf Angst verändert.
In Deutschland, aber auch in anderen Ländern, bin ich relativ sorglos gereist. Fliegen hat mir Spaß gemacht, Busse waren kein Problem, Durchfragen auch nicht.
Ich bin in vielen Dingen selbstständiger geworden hier, doch eines hat sich verändert: Ich habe manchmal schon Angst.
Nicht, dass es einen konkreten Anlass dazu gegeben hat. Bis auf das Angequatsche auf meine Hautfarbe ist mir nichts passiert, ich bin immer sicher dort angekommen, wo ich hinwollte.

Warum also dann?

Die Berichterstattung im Fernsehen läuft meistens so ab, dass immer nur ein großes Thema behandelt wird, über Wochen hinweg, immer und immer wieder. Endlosschleife. Im Dezember und Januar war es der große Flugzeugabsturz in Indonesien. Jetzt ist es gerade ein ermordetes kleines indonesisches Mädchen.
Solche Nachrichten sind auch in Deutschland an der Tagesordnung!
Allerdings führt die Endlosschleife und auch Bilder, die ich lieber nicht gesehen hätte, dazu, dass sich allzu oft ängstliche Gedanken in mir festsetzen.
Mittlerweile kann ich besser verstehen, warum Indonesier so oft Angst vor allem haben. Das konnte ich am Anfang nicht.
Es wäre schön, wenn auch mal andere Berichte laufen würden.
Denn meine Gedanken beschäftigen sich schon sehr mit den bevorstehenden Flügen, den Busreisen etc.
Ich muss ihnen also etwas anderes zur Beschäftigung geben.

Deshalb lese ich jetzt jeden Abend was über Tierbabys.
Die machen mir keine Angst.

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